Der Ignorant und der Wahnsinnige
Der Ignorant und der Wahnsinnige (1972), Thomas Bernhard
Theater in der Josefstadt, 24.11. - 19.30

"Der Vorhang", eine leicht durchlässige Spiegelscheibe, geht auf - ein Ignorant und ein Wahnsinniger sitzen wartend in der nicht sofort als solche zu identifizierenden Garderobe einer Opernsängerin.
Meine Mutter meint noch: "Fragt sich jetzt nur wer wer is" - wenige Sekunden später war auch das klar.
Fritz Muliar lauscht glänzend ignorierend dem dauernden Monolog seines Medizinerfreundes alias Joachim Bißmeier, der bis auf wenige Zwischenkommentare über die gestörte Beziehung des Alkoholsüchtigen (zT wünschte ich dem Muliar, das in der Flasche wirklich das war, war er vorgab) zu seiner Star-Tochter, gespielt von Sandra Cervik, die detaillierte Beschreibung der menschlichen Anatomie inklusive aller dazu notwendigen Schritte in der Entdeckung abgibt. Leider war mein prüfungsgeplagtes Hirn nicht fähig sich einen Auszug davon zu merken um ihn jetzt wiedergeben, also am besten selber lesen.
Ein brillantes Stück, nicht zu vergessen, die beständigen Seitenhiebe auf das Publikum - Bernhard pur - und ein noch brillanterer Bernhard-Darsteller, eine Glanzleistung von Bißmeier. Ich fragte mich die ganze Zeit, wie man sich bloss diesen absurden Text merken kann um ihn derartiger Geschwindigkeit widerzugeben.
Ebenso wie ich mich fragte, welchen Arzt Th. B. damals dazu genötigt haben muss, sein Skript zu lesen, die medizinischen Details erklärt zu bekommen usw.
Einfach superber Abend!!
Theater in der Josefstadt, 24.11. - 19.30

"Der Vorhang", eine leicht durchlässige Spiegelscheibe, geht auf - ein Ignorant und ein Wahnsinniger sitzen wartend in der nicht sofort als solche zu identifizierenden Garderobe einer Opernsängerin.
Meine Mutter meint noch: "Fragt sich jetzt nur wer wer is" - wenige Sekunden später war auch das klar.
Fritz Muliar lauscht glänzend ignorierend dem dauernden Monolog seines Medizinerfreundes alias Joachim Bißmeier, der bis auf wenige Zwischenkommentare über die gestörte Beziehung des Alkoholsüchtigen (zT wünschte ich dem Muliar, das in der Flasche wirklich das war, war er vorgab) zu seiner Star-Tochter, gespielt von Sandra Cervik, die detaillierte Beschreibung der menschlichen Anatomie inklusive aller dazu notwendigen Schritte in der Entdeckung abgibt. Leider war mein prüfungsgeplagtes Hirn nicht fähig sich einen Auszug davon zu merken um ihn jetzt wiedergeben, also am besten selber lesen.
Ein brillantes Stück, nicht zu vergessen, die beständigen Seitenhiebe auf das Publikum - Bernhard pur - und ein noch brillanterer Bernhard-Darsteller, eine Glanzleistung von Bißmeier. Ich fragte mich die ganze Zeit, wie man sich bloss diesen absurden Text merken kann um ihn derartiger Geschwindigkeit widerzugeben.
Ebenso wie ich mich fragte, welchen Arzt Th. B. damals dazu genötigt haben muss, sein Skript zu lesen, die medizinischen Details erklärt zu bekommen usw.
Einfach superber Abend!!
eiffelmädchen - 25. Nov, 01:48
Vor dem Ruhestand
nun schön, um das etwas genauer auszuführen - diesen sommer hatte ich das vergnügen lesungen in seinem wohnhaus zu betreuen und von seinem bruder dabei auch einige anekdoten aus seinem leben zu erfahren. ich habe zahlreiche schauspieler beobachtet, wie sie sich rein lesend mit seiner literatur plagen und bin zu dem schluss gekommen, dass der gute für sämtliche akteure ein wahrer brocken ist.
und selbiges war an oben beschriebenem abend auch das faszinierende für mich - bißmeier hat bernhards ergüsse mit einer leichtigkeit dargestellt, als wärs butterbrot schmieren für ihn.
selten kann mich im übrigen ein theaterstück ob seines inhalts mitreissen.